Deutsche Freiwassermeisterschaften in Lindau am Bodensee


Bei den diesjährigen Deutschen Freiwassermeisterschaften in Lindau am Bodensee springen fünf mutige Schwimmer der SG Ekelenz-Hückelhoven ins 19°C kalte Wasser des Bodensees.
Birte und Franziska Eser (Jg. 2000/ AK 20) Nina und Ute Holt (Jg. 2003/AK45) und Andre Lennartz (AK25) zuckten doch ein wenig bei dem ersten Wasserkontakt mit dem klaren, kühlen Nass.
Im ersten Rennen über 2,5km waren alle vier Mädels der SG mit den Startnummern 276 bis 279 zusammen in einem Lauf. Am Start reihten sie sich zusammen mit jungen Bodenseefelchen auf, die sich von dem großen Starterfeld mit rund 50 Schwimmern je Lauf nicht beirren ließen. In der Startreihe noch schön vereint, verloren sie sich doch im Gerangel des Massenstarts sehr schnell. Ohne es zu ahnen schwammen Nina und Franzi jedoch den Dreieckskurs 550m raus auf den See bis zur großen gelben Boje nebeneinander. Die mitgereisten Kameraden hatten die Situation mit Fernglas gut im Blick. Durch leichten Wind und dadurch bedingte Wellen war es nicht einfach die Ideallinie zu halten. Das Feld der Starter driftete bis zu 30m seitlich auseinander. Die zum Großteil meist im Becken trainierenden Sportler sind das Atmen kurz über der Wasseroberfläche gewohnt. Hätten sie das geschluckte Wasser des Bodensees (übrigens Trinkwasserqualität) zahlen müssen, währen sie arm geworden.
Ins Ziel schwammen die Vier in folgender Reihenfolge:
Ute nach 42:20,30 Minuten, Nina und Franzi knapp darauf in 43:06,84/ 43:09,74min., gefolgt von Birte nach 44:54,76  Minuten.
Durch die nach Altersklassen getrennte Wertung gab es folgende Platzierungen: Birte (Jg. 2000) Platz 36, Franziska (AK20) Platz 13, Nina (Jg. 2003) Platz 21 und Ute (AK40) Platz 6.

Am zweiten Tag der DM standen die 2,5 km der Herren und die Staffelläufe auf dem Programm.
Andre hatte von Anfang an mit heftig unruhigem Wasser zu kämpfen. Der Bodensee ist eben nicht mit dem Kappbuschsee zu vergleichen. Die Wassertemperatur lag bei 20°C, damit etwas wärmer als am Vortag. Andre konnte wegen dem unruhigen Wasser das ganze Rennen nicht sauber durchziehen - es war eher ein 2,5km-Kampf. Das Problem hatten aber alle Schwimmer. Das Resultat von Andre - der 4. Platz in der AK 20 - zeigte, dass er mit den Bedingungen jedoch sehr gekonnt umgegangen war.
         
Voller Freude fieberten Franzi, Andre und Ute der 3x1,25 km-Staffel entgegen. Die Beobachtungen der Jugendstaffeln sorgten bei ihnen für etwas Unruhe. Wie würden sich die Schwimmer in der Wechselzone finden? Glücklicherweise war das Starterfeld im Masterslauf nur 24 Personen groß, so dass die Schwimmer nicht in einer großen Masse ankommen würden. Die Entscheidung für den Startschwimmer fiel auf Franzi. Sie hatte eine sehr unruhige Nacht hinter sich da sie am Vortag beim 2,5km Rennen bedingt durch die blendende Sonne und die relativ kleinen Markierungsbojen den Kurs nur schwer erkennen konnte. Sie hatte sich kurzfristig entschieden in der Staffel mit Kontaktlinsen unter der Schwimmbrille zu starten. Bestens ausgestattet ging es beim Start für Franzi doch drunter und drüber. Zweimal wurde sie unsanft zur Seite gedrängt und mußte sich von hinten wieder nach vorne kämpfen. Susanne Eser hatte unsere Konkurrenz (ausgestattet mit orangen Badekappen) im Vorfeld gut im Blick. Sie konnte Ute beim Wechsel schon sagen, dass nur drei Teams der Altersklasse 91+ vor ihr lagen. Franzi kam in direkter Linie zu Ute geschwommen. Ihre Zwischenzeit war eine Minute schneller als die 1250m Zeit vom Vortag. Auch für Ute wirkte der Staffelstart motivierend. Sie schwamm ebenso einer 20er Zeit über die 1250m und konnte den Abstand zum Drittplatzierten verringern. Andre startete nach 40 Minuten als Dritter und konnte schon nach 550 Metern auf Platz drei vorschwimmen. Franzi und Ute konnten dies jedoch aus der Distanz nicht erkennen. Als dann 200m vor dem Ziel Andre am Schwimmstil ausgemacht wurde und nur zwei Teams mit orangen Badekappen kurz vor ihm durch das Ziel kamen waren sie nicht mehr zu halten. Mit Freudentänzen wurde der 3. Platz auf dem Zielsteg gefeiert. Diese Platzierung war für alle eine Überraschung. Zur Belohnung gab es ein gemeinsames Abendessen aller 11 Teilnehmer und Schlachtenbummler im Lindauer Hafen.

Abschließend sprangen Ute und Andre noch einmal über 5 km in den Bodensee, und zeigten dabei, dass sie den Kurs und die Landmarken inzwischen gut im Griff hatten – bestens eingeschwommen waren sie ja nun.... Die Platzierungen waren denn auch wieder sehr erfreulich: mit Platz 5 für Ute ( 1:25:37 ) und Platz 4 (1:09:12) für Andre schwammen die beiden nur knapp am Podium vorbei. Das lässt auf jeden Fall hoffen für die Bezirks- und NRW-Meisterschaften, die im Anschluss an die Sommerpause nach den Sommerferien in Düren bzw. Duisburg stattfinden.